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Parchimer
Museum erhielt Pokal der Schützenzunft
Der
wohl älteste erhalten gebliebene Schützen-Willkomm aus
Mecklenburg wurde unlängst im Auktionshaus Kasten in
Hannover versteigert.
Diesen Pokal ließ Günther
Fielmann ersteigern und an den Bürgermeister von Parchim
als Schenkung für das Museum übergeben. Das Zinngerät
wurde symbolisch an die Parchimer Schützengilde 1410 e. V.,
die älteste übrigens in Mecklenburg,
weitergereicht.
Hersteller des Willkomms aus dem Jahre
1670 war der in Rostock ausgebildete Parchimer Zinngießermeister
Hans Plagemann. Von ihm sind nur wenige weitere Arbeiten
bekannt: ein Willkomm der Perleberger Zimmerleute sowie Leuchter
und Kelch der Kapelle zu Porep. Auch im 18. und 19. Jh. gab es
norddeutsche Zinngießer mit dem Namen Plagemann (Lübeck,
Gadebusch, Altona). Möglich, dass es sich bei Hans um den
Stammvater handelt.
Der auf wunderbare Weise an seinen
Ursprungsort zurückgekehrte Willkomm steht auch für
die damalige Zunftrolle. Danach sollten nur gottesfürchtige,
ehrliche, aufrichte Personen in die Schützengilde
aufgenommen werden. Einigkeit und Liebe sollten herrschen.
Keiner sollte mit dem anderen hadern und zanken, niemanden
beleidigen. Neid und Haß; fluchen, schimpfen, spotten,
übles Nachreden waren strafwürdige Verbrechen. Die
Parchimer Chronik von 1670 vermerkte, dass die Schützenbrüder
nicht der Königschaft, sondern der Übung wegen
schießen. "Denn es ist einer Stadt sehr zuträglich,
wenn sie geübte Bürger hat, die zur Zeit der Gefahr
dem Feinde tapfer und klüglich begegnen können."
Die Schützen hatten das Recht, Getreide, das auf
nicht dafür vorgesehenen Flächen ausgesät worden
war, für sich zu gebrauchen. Sie durften auch gegen
unrechtes Mälzen und Brauen vorgehen, damit den Bürgern
der Stadt dieser Nahrungserwerb nicht beeinträchtigt werde.
W. Kaelcke
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